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So prüfen und ordnen wir Software ein

Diese Seite beschreibt, wie Angaben auf Betriebssinn tatsächlich entstehen: woher sie stammen, wie sicher sie sind, wie gerechnet wird und was passiert, wenn Quellen sich widersprechen. Sie gilt für alle Bereiche gleichermaßen.

Gilt für alle Bereiche

Grundsätze

  1. Belege vor Behauptungen. Fakten stammen aus Primärquellen und tragen Quelle und Prüfdatum.
  2. Jede Angabe hat einen Status. Unbekanntes bleibt unbekannt, Widersprüchliches bleibt widersprüchlich.
  3. Recherche ist kein Test. „Praktisch getestet“ steht nur dort, wo ein eigener Test dokumentiert ist.
  4. Kein Gesamtsieger. Keine Sterne, keine Punkte, keine Rangliste – stattdessen „eher passend, wenn …“.
  5. Kosten getrennt von Qualität. Rechnungen zeigen, was etwas kostet, nicht, wie gut es ist.
  6. Provision außerhalb der Einordnung. Ein Partnerlink ändert Ziel und Kennzeichnung eines Links, nicht die Inhalte.

Welche Quellen zählen

Nicht jede Quelle ist gleich viel wert. Für jede Angabe gilt diese Rangfolge:

  1. Rang 1

    Offizielle Seiten des Anbieters

    Preisseite, Tarifübersicht, Funktionsseite, Dokumentation und Hilfe-Center. Grundlage für Preise, Tarife, Limits und Funktionen.

  2. Rang 2

    Offizielle Partnerprogramm- und Netzwerkseiten

    Nur für die Konditionen eines Partnerprogramms – nie als Beleg für Eigenschaften eines Produkts.

  3. Rang 3

    Behörden, Gesetze und Primärdokumente

    Bei Pflichten und Fristen. Sie haben Vorrang vor dem, was ein Anbieter über dieselbe Pflicht schreibt.

  4. Rang 4

    Sekundärquellen

    Fachpresse, Vergleichsportale und Blogs zeigen höchstens, wo nachzusehen ist. Als Beleg zählen sie nicht.

Eine Preisangabe ist erst vollständig mit Produkt und Tarif, Betrag und Währung, Bezugsgröße (etwa pro Nutzer, Kontakt oder Monat), Abrechnungsintervall, netto oder brutto sowie Prüfdatum und Quelle. Fehlt ein Teil davon beim Anbieter, steht genau das auf der Seite.

Wie sicher eine Angabe ist

Jede belegte Angabe trägt einen Status. Er beschreibt die Beleglage, nicht die Qualität des Produkts.

Verifiziert
Die Angabe steht so in der genannten Primärquelle, geprüft am ausgewiesenen Datum.
Teilweise belegt
Ein Teil ist belegt, ein anderer nicht – zum Beispiel der Preis, aber nicht die Bezugsgröße.
Nicht verifiziert
Die Angabe wird genannt, ist an der Primärquelle aber nicht ausreichend bestätigt.
Unbekannt
Keine belastbare Quelle gefunden oder vom Anbieter nicht ausgewiesen. Es wird kein plausibler Wert ergänzt.
Noch offen
Die Angabe wurde für diese Seite noch nicht erhoben.
Quellen widersprüchlich
Quellen widersprechen sich. Beide Aussagen bleiben sichtbar; keine wird stillschweigend gewählt.

Ein Beispiel für Status je Einzelangabe zeigt der Vergleich sevdesk vs. Lexware Office.

Recherche ist kein Test

Neben der Beleglage steht, wie ein Inhalt zustande kam:

Redaktionell recherchiert
Grundlage sind öffentliche Quellen. Die Software wurde nicht selbst benutzt.
Praktisch getestet
Nur mit eigenem, dokumentiertem Testzugang und nachvollziehbarem Testablauf.
Noch nicht getestet
Weder selbst getestet noch ausreichend recherchiert.
Redaktionelle Einschätzung
Eine begründete Einschätzung der Redaktion – kein Messwert und keine Nutzerbewertung.

Bislang liegt für keine Seite ein eigener dokumentierter Produkttest vor. Alle Inhalte sind deshalb als redaktionell recherchiert gekennzeichnet – auch dort, wo die Datenlage sehr gut ist.

Wie wir Kosten rechnen

Der beworbene Monatspreis sagt wenig über die tatsächlichen Kosten. Deshalb rechnen wir über einen ausgewiesenen Zeitraum und legen jede Annahme offen.

  • Zeitraum: Jede Kostenrechnung nennt ihren Zeitraum. Der Kostenrechner betrachtet zum Beispiel 36 Monate.
  • Aktionen: Ein Aktionspreis zählt nur für seine belegte Dauer, danach gilt der reguläre Preis. Unklare oder widersprüchliche Aktionen werden nicht eingerechnet.
  • Zusatzkosten: Weitere Nutzer, Zusatzmodule und einmalige Gebühren fließen getrennt in die Rechnung ein, soweit sie belegt sind.
  • Jahrespreise: Sie werden für die Rechnung auf Monate verteilt, obwohl sie für das ganze Jahr abgerechnet werden.
  • Preissteigerung: Sie ist immer eine Annahme. Beispiele rechnen ohne Steigerung; im Rechner kannst du eine eigene setzen.
  • Steuerbasis: Netto- und Bruttopreise werden nicht miteinander verrechnet. Wo die Steuerbasis unklar ist, steht das dabei.
  • Andere Bezugsgrößen: Rechnen Anbieter nach Kontakten, Versandvolumen, Sessions oder Unterseiten ab, bleibt diese Größe sichtbar. Über verschiedene Bezugsgrößen hinweg wird kein „günstigster Anbieter“ gebildet.

Ein Kostenvergleich ist keine Qualitätswertung. Er zeigt, was eine Entscheidung über die Zeit kostet – ob das Produkt zu deinem Betrieb passt, beantwortet er nicht.

Eigenes Szenario im Kostenrechner

Wie wir einordnen – ohne Sieger

  • Innerhalb einer Produktklasse. Lösungen, die verschiedene Probleme lösen, stehen nicht in einer gemeinsamen Preistabelle. Beispiele: Webhosting nach Produktklasse und Consent-Werkzeuge und Rechtstexte.
  • Bedingt statt absolut. Statt eines Gesamtsiegers heißt es „eher passend, wenn …“ – bezogen auf Betriebsgröße, Arbeitsweise und vorhandene Systeme.
  • Nachteile gehören dazu. Grenzen und „nicht passend für“ stehen neben den Stärken.
  • Einschätzung bleibt Einschätzung. Redaktionelle Urteile sind als solche gekennzeichnet oder erkennbar von belegten Angaben getrennt.
  • Keine Sterne, Punkte oder Nutzerbewertungen. Es gibt keine Gesamtwertung, die eine Zahl vortäuscht.

Aktualität

  • Jede Fachseite nennt, wann Preise und Quellen zuletzt geprüft wurden. Dieses Datum ist der Stand – über ihn hinaus wird keine Aktualität behauptet.
  • Preise, Tarife, Aktionen und Partnerkonditionen ändern sich am häufigsten. Sie werden deshalb vorrangig erneut an der Quelle erhoben.
  • Einzelne Seiten zeigen zusätzlich einen Aktualitätsstatus mit ihren Prüffristen. Ist eine Prüfung dort überfällig, werden belegte Angaben sichtbar herabgestuft, statt weiter als verifiziert zu erscheinen.
  • Ändert sich eine Angabe, wird sie neu erhoben und das Prüfdatum aktualisiert.

Wenn Quellen sich widersprechen

  1. Beide Aussagen bleiben mit ihrer Quelle sichtbar und werden als widersprüchlich markiert.
  2. Keine Seite wird willkürlich gewählt. Es wird eine weitere Primärquelle gesucht.
  3. Solange der Widerspruch besteht, fließt die Angabe nicht in Kostenrechnungen ein.
  4. Lässt er sich klären, wird die Angabe mit neuem Status und Prüfdatum geführt.

Ein Beispiel sind die widersprüchlichen Anbieterangaben zur Lohnabrechnung bei sevdesk im Vergleich sevdesk vs. Lexware Office.

Fehler und Korrekturen

Du hast einen Fehler oder eine veraltete Angabe gefunden? Schreib über das Kontaktformular und nenne, wenn möglich, die Quelle.

  • Der Hinweis wird an der Primärquelle geprüft.
  • Bestätigt er sich, wird die Angabe korrigiert und das Prüfdatum aktualisiert.
  • Widerspricht er einer anderen Primärquelle, wird der Widerspruch gekennzeichnet.
  • Hinweise von Anbietern werden genauso behandelt: Ein Hinweis ersetzt keinen Beleg.

Aktiv sind derzeit Partnerprogramme für Lexware Office, sevdesk, Papierkram, BuchhaltungsButler, WISO Steuer, WISO MeinBüro, dogado, Complianz, ablefy und World Businesses for Sale. Ein Partnerlink ändert das Ziel und die Kennzeichnung eines Links – nicht Kriterien, Status, Kostenrechnung oder Einordnung.

Dass ein Anbieter ein Partnerprogramm hat, spielt für seine Einordnung keine Rolle. Wie Partnerlinks gekennzeichnet werden, steht unter Transparenz & Werbekennzeichnung.

Fehlende Daten werden nicht geschätzt.

Offene, unbekannte und widersprüchliche Angaben bleiben sichtbar. Eine Lücke auf der Seite ist ehrlicher als ein Wert, der nur plausibel klingt.

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