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Buchhaltungs­software für Selbstständige

Bevor du ein Programm wählst, kläre die eigentliche Aufgabe. Diese Auswahlhilfe führt vom Prozess zum passenden Profil – ohne Kaufdruck und ohne pauschalen Testsieger.

Redaktionell recherchiertProduktangaben geprüft: 07.10.2026

Vom Prozess zum Profil

  1. Angebot
  2. Rechnung
  3. Beleg
  4. EÜR
  5. Übergabe an die Kanzlei

Brauchst du überhaupt eine Software?

Nicht jede oder jeder Selbstständige braucht sofort ein Buchhaltungsprogramm. Drei typische Ausgangslagen helfen bei der Einordnung:

  1. Wenige Rechnungen im Monat, EÜR, kein Team?Oft reicht anfangs eine strukturierte Vorlage plus saubere Belegablage. Software kann Zeit sparen, ist aber kein Muss.
  2. Regelmäßige Rechnungen, viele Belege, Bankabgleich?Jetzt zahlt sich Software meist aus – vor allem, wenn sie Zeit spart und Fehler vermeidet.
  3. Zusammenarbeit mit Steuerkanzlei, Wachstum, mehrere Nutzer?Dann zählen Export, Rechte und Skalierung bei der Produktwahl.

Eine gute Auswahl beginnt beim Prozess, nicht beim Produkt: Angebot → Rechnung → Beleg → EÜR → Übergabe an die Kanzlei.

Welche Aufgabe soll gelöst werden?

Buchhaltung ist nicht gleich Buchhaltung. Kläre zuerst, welche Bausteine du wirklich brauchst:

  • Rechnungen & Angebote – rechtssicher schreiben, wiederkehrende Rechnungen, Mahnwesen.
  • Belege & Banking – Belege digital erfassen, Kontoumsätze zuordnen.
  • EÜR / Auswertungen – Einnahmen-Überschuss-Rechnung, Umsatzsteuer-Voranmeldung.
  • E-Rechnung – strukturierte Formate senden und empfangen. Details im Ratgeber zur E-Rechnung.
  • Übergabe an die Kanzlei – passende Exportformate und Zugänge.

Auswahlkriterien nach Profil

Welches Kriterium wie stark zählt, hängt vom Profil ab. Wie Angaben belegt und Kosten gerechnet werden, steht in der Methodik.

Solo / freiberuflich

  • Preis über 3 Jahre
  • Einfache Rechnung & EÜR
  • Geringer Lernaufwand

Kleine Agentur / Team

  • Mehrere Nutzer & Rechte
  • Integrationen (Bank, CRM)
  • Skalierbarkeit & Export

Die wichtigsten Optionen im Überblick

Im DACH-Raum tauchen besonders zwei etablierte Cloud-Lösungen auf. Beide sind hier redaktionell eingeordnet, nicht praktisch getestet.

sevdesk

Cloud-Software für Rechnungen, Buchhaltung, Belege und Banking. Belegt sind – je nach Tarif – E-Rechnung, KI-Belegerfassung, Online-Banking, USt/EÜR, DATEV-konformer Export und das Nutzer-/Rechtemodell. Verifiziert

Rechnungen schreiben ab "Rechnung", Buchhaltung mit USt/EUR ab "Buchhaltung"; Bezahlte sevdesk-Preise sind auf der festgelegten Primärseite mit regulären und aktuellen Monatswerten belegt; Aktionscode und konkretes Enddatum sind dort nicht angegeben. Kostenloser Tarif mit bis zu 3 Rechnungen pro Monat. Serverstandort Deutschland (AWS), EU-DSGVO, Datenschutz vom TÜV Saarland zertifiziert. Quellen widersprüchlich

Alle sevdesk-Kosten

Werbehinweis: Affiliate-Link. Kommt darüber ein Abschluss zustande, kann Betriebssinn eine Provision erhalten; für dich entstehen keine Mehrkosten.

sevdesk beim Anbieter ansehen (neuer Tab, Affiliate-Link, Werbung)

Lexware Office

Etablierte deutsche Online-Software. Belegt sind – je nach Version – E-Rechnung, Belege, Banking, USt (ELSTER), EÜR, DATEV-Schnittstelle, Partner-Erweiterungen und Datenverarbeitung in Deutschland. Verifiziert

Rechnungen schreiben ab Version M (12,90 €), Buchhaltung mit USt/EÜR ab Version L (21,90 €), jeweils netto/Monat regulär; befristete Aktion 50 % für 3 Monate. In den erhobenen Tarifen kein kostenloser Tarif.

Alle Lexware-Kosten

Werbehinweis: Affiliate-Link. Kommt darüber ein Abschluss zustande, kann Betriebssinn eine Provision erhalten; für dich entstehen keine Mehrkosten.

Lexware Office beim Anbieter ansehen (neuer Tab, Affiliate-Link, Werbung)

Kosten realistisch einschätzen

Der beworbene Monatspreis sagt wenig über die tatsächlichen Kosten. Zusatzmodule, weitere Nutzer, Einrichtung und der Preis nach der Rabattphase summieren sich.

3-Jahres-Kostenrechner öffnen

Wechsel & Datenexport

Denke die Kündigung schon vor dem Kauf mit: Welche Formate kannst du exportieren? Kommst du an Belege und Auswertungen? Ein sauberer Exportweg schützt vor Lock-in. Produktbezogene Lücken werden mit Quelle und Prüfdatum gekennzeichnet.

Häufige Fragen

Brauche ich als Freiberufler zwingend eine Software?

Nein. Bei wenigen Rechnungen und EÜR kann eine strukturierte Vorlage anfangs genügen. Software lohnt sich, sobald sie spürbar Zeit spart oder Fehler vermeidet.

Rechnungs- oder Buchhaltungssoftware – was ist der Unterschied?

Reine Rechnungstools decken das Schreiben von Rechnungen ab. Buchhaltungssoftware umfasst zusätzlich Belege, Banking, EÜR/Umsatzsteuer und Auswertungen.

Was ist mit der E-Rechnung?

Die E-Rechnung ist ein strukturiertes Format zur automatischen Weiterverarbeitung. Die genauen Pflichten hängen vom Einzelfall ab – bitte an einer Primärquelle prüfen. Mehr im Ratgeber zur E-Rechnung.

Ersetzt Buchhaltungssoftware die Steuererklärung?

Nicht automatisch. Buchhaltungssoftware organisiert laufende Rechnungen, Belege und Auswertungen; die jährliche Steuererklärung ist eine eigene Aufgabe, für die es separate Steuersoftware gibt. Was eine solche Lösung laut Anbieter abdeckt und wo sie von der Buchhaltung abgrenzt, zeigt der Ratgeber Steuererklärung mit WISO Steuer.

Diese Auswahlhilfe ist redaktionell recherchiert, kein eigener Produkttest und keine Steuer- oder Rechtsberatung.

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